Kai Latkowski
Mein Name ist Kai Latkowski, ich bin 29 Jahre alt, verheiratet, habe eine 9-jährige Tochter und wir erwarten nun auch ein zweites Kind. Ich bin in Berlin geboren und glücklich aufgewachsen.
Nun habe ich im Frühjahr 2008 ein ganz passables Abitur gemacht.
Hier erfahrt ihr, wie es mir ergangen ist.
History
Ich habe damals mit Mühe und Not meinen Realschulabschluß geschafft, danach eine Lehre zum Tischler angefangen und nach einem Jahr wieder abgebrochen, anschließend habe ich mich mit verschiedenen Maßnahmen und Praktika rumgeschlagen. Ich bin dann erst mal zur Bundeswehr gegangen und habe anschließend eine Ausbildung zum Zimmerer gemacht. Nach ein paar Jahren harter Arbeit ist mir klar geworden, dass ich das nicht mein Leben lang machen will, 40 Stunden und mehr die Woche arbeiten für einen Hungerlohn. Durch einen Bekannten bin ich auf die Idee gekommen das Abitur am CWK doch noch nachzuholen, obwohl ich damals keine Idee hatte, was ich danach machen sollte. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen. Ich war damals 25 Jahre alt und kam ans CWK ohne die geringste Vorstellung davon, was mich erwarten würde oder was ich mit dem Abitur mal machen würde.
Vorkurs
Der Vorkurs war und ist echt empfehlenswert, da dort Grundkenntnisse vermittelt wurden, die bei mir und anderen schon lange weg waren. Man hat vier Fächer und ist nur zwei Blöcke am Tag im Kolleg. Danach ist man gut gerüstet für die E-Phase.
E-Phase oder auch 11. Klasse
Da ging es dann schon etwas härter zur Sache, man hat viele Fächer auf die man sich konzentrieren muss, auch wenn sie einem nicht so gefallen, aber auch das ist machbar. Man lernt viele Leute aus seinem Jahrgang kennen, da man ständig andere Kurse hat. Man wählt hier schon einen Profilkurs, zusätzlich zum Normalkurs. Ich hatte Mathe gewählt, wo wir von Herrn Manthey getriezt wurden. Das war schon eine andere Liga als im normalen E-Phasenkurs. Der Profilkurs ist nicht unbedingt notwendig oder Voraussetzung für den Leistungskurs, aber es schadet gewiss nicht einen Profilkurs zu nehmen, den man als Leistungskurs fortsetzen möchte.
Q-Phase
In der Qualifikationsphase hat man nun zwei Leistungsfächer gewählt und in den Grundkursfächern konnte man sich auch “spezialisieren”. Im allgemeinen hat man nun wieder weniger Fächer als in der E-Phase, aber eben auch zwei Leistungskurse. Ich hatte Mathe und Kunst,. Ich weiß, komische Wahl. Ja, lacht nur!!! Ich habe es später auch manchmal bereut, ich hätte anstatt Kunst Physik oder so nehmen sollen, da ich das Fach jetzt im Studium brauche, aber dazu später. Ich habe neben Mathe Kunst genommen, da ich dachte, es würde mehr Architektur und so was rankommen, dem war aber nicht so. Trotzdem hatte ich auch in Kunst meine Freude und auch dort habe ich viel gelernt. Meine Lehrer waren Herr Manthey und Frau Seidl bzw. Herr Lesch, da ein Kunstkurs nach dem ersten Jahr der Q-Phase aufgelöst wurde.
Mathe mit Computerhilfe
Ich möchte jetzt nicht alles aufzählen, was wir behandelt haben. In Mathe haben wir mit Derive, einem Computeralgebrasystem (kurz: CAS) gearbeitet. Man kommt auf diese Weise ziemlich weit in der Mathematik und versteht ziemlich viele Zusammenhänge. Wir haben auch Klausuren und das Abitur am Computer geschrieben. Der Vorteil ist, dass man keine Rechenfehler macht, aber man muss wissen, was man da macht, sonst kann man die Ergebnisse des Computers oft nicht deuten. In der linearen Algebra kann man sich alles schön zeichnen lassen und hat so eine gute Vorstellung was man da berechnet. Ohne Computer ist das schwierig bis unmöglich. Die Aufgaben sind natürlich wesentlich komplexer und sehr anspruchsvoll, man hat viel zu tun. Wir hatten jede Woche eine Menge Hausaufgaben auf. Jeder von uns hatte Derive zu Hause und musste die Aufgaben per Email zu Herrn Manthey schicken, das war ‘ne Menge Arbeit, auch für Herrn Manthey, da wir jede Aufgabe korrigiert und benotet, ebenfalls per Mail, zurück bekamen. Aber so haben wir viel gelernt.
Leider ist Herr Manthey nun nicht mehr am Kolleg, aber Herr Dr. Frisch ist noch dort und er lehrt auch seine Kurse mit Unterstützung von Computeralgebrasystemen. Er benutzt, soviel ich weiß, Maple. Es gab auch einen zweiten Leistungskurs Mathematik, in dem ohne CAS gelehrt wurde.Ich kann nur jedem, der sich für Mathe interessiert, empfehlen den Kurs zu wählen, indem CAS benutzt wird.
Über das Charlotte-Wolff-Kolleg allgemein
Die Schule ist alt, aber renoviert und schön. Das Beste sind die drei grünen Höfe und ein Biotop. Dort kann man entspannen. Bei schönem Wetter hatten wir auch im Garten Unterricht.
Wir haben im Unterricht viel gelacht und Spaß gehabt.
Und keine Angst vor dem Computer oder so, es wird einem alles beigebracht und es macht riesigen Spaß.
Über den Studienbeginn
Oktober 2008. Ich studiere nun Umwelttechnik/Regenerative Energien, obwohl ich nie studieren wollte.
Schwierig ist es für mich in Chemie und Physik. Wir haben die Fächer Elektrotechnik und Werkstoffe. Da sich in diesen Fächern alles um Chemie und Physik dreht und ich diese Fächer auf dem CWK dummerweise abgewählt hatte, habe ich nun diverse Probleme. Aber ich wusste eben noch nicht was ich später machen werde. Wer allerdings schon weiß was er studieren will, sollte unbedingt am CWK die entsprechenden Fächer wählen!!!!
Im Allgemeinen bin ich aber trotzdem gut auf das Studium vorbereitet worden. Danke CWK und erst recht: danke Herr Manthey.
Im Mathe-LK am Kolleg (bei Manthey) habe ich anfangs manchmal etwas gemosert, weil es laufend papers und Hausaufgaben per mail gab. Man musste nur sein Mail-Konto aufmachen und schon hatte man fünf neue papers für Mathe. Es ging gnadenlos voran. Aber das war nichts gegen das, was ich hier erlebt habe. Gleich zu Anfang habe ich schon mal 600 Seiten per E-Mail zugeschickt bekommen, allein für Mathe! Mein Drucker hat eineinhalb Stunden gedruckt. Zum Glück ist mir vieles davon nicht fremd, weil wir es im Unterricht hatten, z.B. Mantheys Lieblingsthemen: Stetigkeit und Differenzierbarkeit in jeder nur denkbaren Form, auch bei oszillierenden Funktionen.
In Mathe habe ich noch gar keine Probleme. Unser Professor gab uns einen Überblick über das Semester und ich konnte mit allem etwas anfangen. Für viele Mitstudenten klang das wie Chinesisch! Der Prof sprach von Linearer Algebra, Matrizen, Skalarprodukt, Determinanten, Vektorräumen, Euklidischen und Unitären Räumen, Stetigkeit, Differenzierbarkeit etc. Selbstverständlich hat er auch Quantoren (Allquantor und Existenzquantor) benutzt. Für mich war das alles kein Problem, denn das Meiste hatten wir in unserem Mathe-LK am Kolleg.
Leute, wenn Ihr etwas Technisch-Naturwissenschaftliches studieren wollt, besucht den Mathe-LK am Kolleg, möglichst mit CAS, und belegt Physik und Chemie!
Zum Schluss
Mal sehen wo mein Weg mich noch hinführt. Ich wünsche allen die ebenfalls noch mal den Weg des Lernens und der geistigen Arbeit einschlagen alles Gute und viel Glück.
Die dreieinhalb Jahre am CWK haben mir sehr viel Spaß gemacht, ich habe nette Leute kennen gelernt und ich kam mit den Lehrern gut klar. Natürlich gab es auch stressige Zeiten, wo man viel zu tun hatte. Aber es hat sich gelohnt.
Ich habe nicht nur für die Schule viel gelernt, sondern auch fürs Leben.
Kai Latkowski
Berlin, Oktober 2008
P.S.: Papers zum Studienbeginn
Wenn Ihr wissen wollt, welche Art papers ich zum Studienbeginn erhalten habe,
dann schaut Euch mal diese pdf-files als Beispiele an: Oszilliernde Kurven: Stetigkeit und Diffbarkeit? Unstetige Kurven Alles im Mathe-Lk gehabt Probeklausur_I_1
PK_I_2
PK_I_3
PK_I_4
PK_I_5
PK_I_6
PK_I_7
