Annett Steffan
Im Sommer 2008 habe ich am Kolleg mein Abitur gemacht. Hier erfahrt ihr, wie es mir ergangen ist.
Zu meiner Person:
Ich bin jetzt (2009) 41 Jahre alt, Mutter zweier Teenies und wohne in Spandau. Gelernt habe ich FachverkäuferIn für Kfz-Ersatzteile und Zubehör. Nach der Wende war ich als Kaufm. Angestellte tätig. Nachdem mein letzter Arbeitgeber nach Thailand auswanderte, stellte sich mir die Frage: Was nun?
Die 30 schon vor Längerem überschritten, wollte ich arbeiten. Wie? Ja, auch als “Greisin”! Da das fast unmöglich war, wurde der alte Wunsch, das Abitur nachzuholen, wieder wach. Hätte ich doch damals ….. ! Das kennt wohl jeder.
Wie kam ich auf das CWK?
Ich stolperte mehr oder weniger zufällig über die Homepage des CWK und fand auf Anhieb alle Informationen, die ich brauchte. Es gibt sogar Bafög, auch für ältere Semester. Toll! Und dann noch so viel Grün auf den Schulhöfen, ich war schon nach dem ersten Durchstöbern der Homepage überzeugt. Die große Fächervielfalt war noch ein kleines Zusatzbonbon nach meinem Geschmack.
Meine Erfahrungen mit dem Vorkurs
In dem halben Jahr Vorkurs konnte ich mich schon langsam an den Schulalltag gewöhnen und auch schon einige Lehrer kennen lernen. Und es ist erstaunlich, wie sich der Mensch in Schulgebäuden verhält! Auch wenn die Kollegiaten allen Altersgruppen angehören, im Klassenzimmer wurden wir wieder zu Schülern, als ob wir die Oberstufe nie verlassen hätten! Das war schon ein Gaudi.
Einführungsphase
In der E-Phase wurde es dann langsam ernst. Wie es nun mal im Leben so ist, trifft man auch hier auf Menschen, mit denen man kann oder auch nicht. Aber irgendwie rauft man sich zusammen oder belegt andere Kurse. Bei einigen Lehrern gehen die Meinungen deutlich auseinander.
Ein Beispiel dafür ist Hasso B. Manthey!
Er ist bekannt für viele Hausaufgaben, Mails rund um die Uhr und super strengen Unterricht mit Stundenprotokollen, Referaten, Hausaufgabenkontrolle usw.; eben einer der alten Schule, genau das, was ich brauchte. Zudem lernt man bei ihm nicht nur Mathematik, sondern parallel auch Hochdeutsch!
Leistungskurse
Meine Leistungskurse habe ich dann auch danach ausgesucht, mit welchen Lehrern ich gut auskam und wo ich mir den meisten Spaß erhoffte. Die Entscheidung fiel für die Leistungskurse Mathematik bei Hasso B. Manthey und Physik bei Lothar Winkowski.
Auch wenn diese beiden Lehrer recht unterschiedlich sind, eines haben sie gemeinsam: Sie machen den Unterricht lebendig! Wir hatten echt viel Spaß. Wer sieht schon bei Wasserspielen mit dem Gartenschlauch Kurvendiskussion?
Wie ist der Verlauf des Wasserbogens?
Entspricht er einem Graphen?
Wo ist der Scheitelpunkt? 
Oder: Wie zeichnet man die Kurve des Lasthakens an einem fahrenden Kran, wenn der Lasthaken auf und ab fährt und wenn sich zusätzlich die Laufkatze bewegt?
(Wenn ihr auf die Krane klickt, seht ihr unsere Aufgaben zu den Kranbewegungen!)
Der Mathematikunterricht mit Computereinsatz war eine sehr lehrreiche und spannende Kombination, die unbedingt ausgebaut werden sollte. Auch wenn ich am Anfang mitunter große Schwierigkeiten mit dem Programm hatte und so manche Nacht am Computer verbracht habe, mit dem Handbuch in der Hand, hat es mir doch sehr viel Spaß gemacht. Zudem bin ich jetzt für die nähere Zukunft gerüstet, da an der Schule meiner Tochter, der Waldoberschule in Charlottenburg (Gymnasium), bereits seit einigen Jahren mit Derive gearbeitet wird. Nun arbeitet also auch meine Tochter damit und ich kann ihr helfen!
Die spannenden Sachen aus dem Matheunterricht, wie die Straßenlampen in Kopenhagen, die Kirchturmspitze mit Geländer oder die Donuts fallen mir da auch sofort wieder ein. Aber ich habe auch das geschafft!
Schade nur, dass Herr Manthey in Pension gehen muss!
Und zu Lothar Winkowski möchte ich meine Tochter, die einen Block erleben durfte, zitieren: “So`n Lehrer möchte ich später auch mal haben!” In fast jeder Unterrichtstunde gab es einen interessanten Versuch; so wurden die Stunden fast immer unterhaltsam und spaßig. Ein Beispiel mehr dafür, dass man auch spielerisch viel lernen kann!
Auch wenn es mal schwierig, manchmal gar unmöglich wurde, Schule und Privatleben unter einen Hut zu bekommen, ich konnte mir der Unterstützung beider Lehrer immer sicher sein.
Vielen Dank an dieser Stelle!
Fazit
Jedenfalls habe ich in den letzten dreieinhalb Jahren nicht nur für das Abitur gelernt, sondern auch eine Menge über mich erfahren. Es ist Vieles möglich, wenn man nicht aufgibt, an sich zu glauben! Traut Euch! Ihr seid am CWK nicht allein. Es wird immer Lehrer und auch Kollegiaten geben, die Euch helfen und unterstützen.
Auch wenn mich mein Weg nicht direkt zur Uni führt, werde ich meinen Weg gehen. Es gibt ja noch die Möglichkeit eines Fernstudiums oder eines berufsbegleitenden Studiums.
Es war eine Zeit mit Höhen und Tiefen, aber unter dem Strich möchte die Zeit am CWK nicht missen. Ich habe viele interessante Menschen kennen gelernt. Eine echte Bereicherung und ein Wegweiser!
