Bildende Kunst

„Die Kunst hat Schwingen, die Wissenschaft gibt Krücken. “

Georg Braque

Bildende Kunst

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Einführung

Das Fach Bildende Kunst bietet neben theoretisch – analytischen Aspekten insbesondere auch sinnlich-emotionale Anteile, um den Zugang zu künstlerischen Phänomenen unserer Kultur zu eröffnen, wie Malerei, Architektur, Skulptur als auch Fotografie, Film, Design, Concept-Art, etc.

Hierzu gehören sowohl verschiedene praktische Übungen und Studien als auch unterschiedliche Methoden und Denkansätze.

Daraus ergeben sich auch projektorientierte Möglichkeiten der kreativen Zusammenarbeit mit anderen Fächern (z.B. Musik, Darstellendes Spiel) und individuellen Entfaltungsmöglichkeiten im künstlerischen Bereich. Ergänzend werden auch AG`s in Fotografie und Film/Video angeboten.

Überlick über Themen und Inhalte

Die Semesterverteilung, die der Berliner Rahmenplan vorgibt, wird am Zweiten Bildungsweg in einer anderen Reihenfolge unterrichtet. Der Rahmenplan sieht immer einen Themenbereich sowie einen Schwerpunktbereich und einer Ergänzungsbereich vor, so dass die Kurse variationsreich gestaltet werden können.

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Erläuterungen zu den Semesterinhalten


E-Phase:

1. Semester: Bild der Dinge oder Bild vom Raum

Im ersten Semester der E-Phase werden Grundlagen in Bezug auf zeichnerische Kenntnisse und Fertigkeiten erarbeitet (körperhaftes Zeichnen, Perspektivgesetze, Schraffurtechniken, Einsatz von Licht- und Schatten, etc.). Parallel werden subjektiv erfahrbare aber auch methodische Zugangsweisen zur Analyse von Bildern aus der Kunstgeschichte aufgezeigt unter besonderer Berücksichtigung von Raum- und Körperdarstellung und es werden Grundlagen historischer Kenntnisse erworben.

Beispiele aus der E-Phase zum Thema Zentralperspektive:


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Ausgehend von der kunsthistorischen Beschäftigung mit dem Dadaismus und dem Surrealismus sind hier folgende Beispiele für die Technik der Collage und der Frottage zu sehen. Daneben Beispiele für die Illustration von literarischen Texten.

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2. Semester: Bild des Menschen
Im zweiten Semester der E-Phase bezieht sich die Bildbetrachtung verstärkt auf die Darstellung des Menschen auch in der Kunst der Moderne sowie in der Gegenwartskunst. Im praktischen Bereich kommt in diesem Semester der Umgang mit der Farbe hinzu, mit einer inhaltlichen Verknüpfung zum Motiv Mensch. Auch werden hier farbtheoretische Konzepte eingeführt und die Bildanalyse wird um Aspekte dieses Themenfelds (Wirkung von Farben und Farbkontrasten) erweitert.

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Profilkurs (2.Semester): Zugänge zur Kunst und Gestaltung: „Prozesse“

Im Profilkurs wird ein bildnerisches Projekt konzipiert und umgesetzt unter Berücksichtigung der Aspekte: Erlebnis, Bedeutung, Funktion. Hier können verschieden künstlerische Techniken miteinander kombiniert werden, um sich Themen, wie z. B. laut Rahmenplan: Essen – Ritual der Sinne, oder Wasser – ein Element stellt sich vor, oder selbst gewählten Thema konzeptuell zu nähern und diese gestalterisch umzusetzen. Im theoretischen Bereich werden Methoden zur Konzeption sowie zur Präsentation erarbeitet. Auch wird hier verstärkt auf Transparenz von Bewertungskriterien hingeführt.

Beispiele von Schülerarbeiten aus der E-Phase werden in den ständig aktualisierten Ausstellungen im Treppenhaus des Charlotte-Wolff-Kollegs präsentiert.

Erläuterungen zu den Semesterinhalten:

Q-Phase

1. Semester: Bilder und Bildwelten als Ausdrucksmittel des Menschen

In diesem Semester steht, aufbauend auf der Grundlage der E-Phase, eine sowohl theoretische als auch praktische Auseinandersetzung mit Kunstwerken und künstlerischen Konzepten, die in erster Linie auf ein Verständnis der Kunst der Moderne sowie zeitgenössischer Kunst zielt.

Neben der Einübung einer methodischen Bildanalyse werden unter anderem auch in Referaten Ausdruckweisen und Gedanken einzelner Künstler oder Kunstrichtungen vorgestellt.

Im praktischen Teil werden vor allem zeichnerische und malerische Gestaltungsweisen vertieft, aber auch Zugänge zu einem konzeptuellen Arbeiten unter Anwendung weiterer Techniken (z. B. Plastik/Objekt, Fotografie, Collage, computergestützte Bildbearbeitung) aufgezeigt.

(LK 36): Gestalterische Auseinandersetzung mit dem Gemälde „Der Balkon von Éduard Manet:

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2. Semester: Gestaltung und Präsentation im öffentlichen Kontext

In diesem Semester steht die Dokumentation und Präsentation eigener künstlerischer Ergebnisse oder Prozesse im Fokus, z. B. im Rahmen der Konzeption einer Ausstellung, einer Mappe, einer Computerpräsentation, einer Theateraufführung, eines Land-Art-Projekts, einer Performance, etc. Die Gestaltung eigener praktischer Arbeiten findet im Allgemeinen hier im Rahmen eines – gegebenenfalls auch fächerübergreifenden – Projekts statt. Diese Projekte können sich thematisch sowohl auf den schulischen als auch auf den städtischen Raum beziehen.

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→weitere Beispiele finden Sie im Bildarchiv auf der Homepage

3. Semester: Kommunikation in künstlerischen und medialen Welten

Im dritten Semester werden je nach Dozent unterschiedliche Schwerpunkte in den Bereichen Film/Video, Fotografie und Printmedien angeboten. Hier werden sowohl technische als auch künstlerische Grundlagen vermittelt und in praktischen – teils auch projektartigen – Aufgabenstellungen angewandt. Weiterhin erfolgt eine Einbeziehung in den historischen Kontext. Auch diese Arbeiten werden regelmäßig in Ausstellungen oder Aufführungen der Schulöffentlichkeit präsentiert.

Unter anderen Beinhalten die Printmedien auch die Beschäftigung mit so klassischen Drucktechniken wie dem Hochdruck, dem Tiefdruck und dem Durchdruck (Siebdruck). Zu sehen sind Beispiele für die Kaltnadelradierung und die Ätzradierung.

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4. Semester: Lebensräume und Alltagskultur

Im vierten Semester werden wahlweise die Schwerpunkte Architektur, Design und Mode angeboten. Im theoretischen Bereich werden Entwicklungen und Zusammenhänge historischer Bauten bzw. Produkt- und Kostümentwürfe erarbeitet und mit aktuellen Tendenzen in Beziehung gesetzt.

Im praktischen Bereich werden Techniken zur Gestaltung von Entwürfen (Architektur, Design, Mode) eingeübt und eigene Entwürfe zum Teil auch gestalterisch umgesetzt sowie präsentiert.

Beispiele aus dem Unterricht (GK 35): Architektur

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Beispiele aus dem Unterricht (LK 34 und LK 36): Modeentwurf und -fotografie

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Weitere Bilder, Filme,  Projekte finden Sie im Bildarchiv und weiteren Links auf der Homepage

Literaturempfehlungen

Hamm, Ulrich: Farbe, Arbeitsheft für die Oberschule des Gymnasiums, Stuttgart, Klett Schulbuchverlag 1995

Hamm, Ulrich: Landschaft, Arbeitsheft für die Oberschule des Gymnasiums, Stuttgart, Klett Schulbuchverlag 1995

Hamm, Ulrich: Perspektive, Arbeitsheft für die Oberschule des Gymnasiums, Stuttgart, Klett Schulbuchverlag 1995

Kammelohr, Epochen der Kunst, Band 1-5, Oldenburg

Nerdinger, Winfried: Elemente künstlerischer Gestaltung, München, 1986

Nerdinger, Winfried: Perspektiven der Kunst, Oldenburg 2002

Nerdinger, Winfried: Vom Klassizismus zum Impressionismus, München, 1980

(für Ausleihe in Büchereien siehe www.voebb.de )

Im Internet wikipedia unter Vorbehalt, ansonsten:

Umfangreiches Bildarchiv: www.artcyclopedia.com

Zum Teil sehr informative Seiten zu einzelnen Künstlern, Kunstrichtungen oder Themen:

www.kunstunterricht.de

4.  Wofür das Fach Bildende Kunst von Nutzen sein kann:
  • Zur Anleitung um Bilder wahrzunehmen, sich Bilder vorzustellen, Bilder herzustellen, Bilder zu verstehen und sich über sie auszutauschen.
  • Zum Erwerb von gestalterischen Fähigkeiten sowohl im grafischen und malerischen Bereich als auch u. a. in den Bereichen Plastisches Gestalten, Fotografie, Film und digitale Bildbearbeitung.
  • Zur Findung, Intensivierung und Erweiterung der Kreativität.
  • Zur Sensibilisierung der visuellen Wahrnehmung von breitgestreuten künstlerischen Phänomenen durch genaues Beobachten und intensiver Auseinandersetzung mit bildhaften Zusammenhängen (z. B. auch von Werbeflächen, Filmabläufen und kunsthistorischen Entwicklungsprozessen).
  • Zur eigenständigen Bewältigung von komplexen Aufgabenstellungen, z.B. in  projektorientierten Unterrichtsphasen.
  • Zur Erzielung von Eigenständigkeit bei der Erschließung von Bildern und kreativen Prozessen (auch der Künstler verwendet ein nachvollziehbares Handwerkzeug).
  • Zum Erwerb von Kenntnissen und Einsichten in kunst- und kulturgeschichtliche Zusammenhänge.
  • Zum Abbau von Vorurteilen gegenüber schwerzugänglicher Kunst (→Abstrakte Malerei: „Das können die im Kindergarten ja schon besser!“)
  • Zur Schulung der Beurteilungsfähigkeit von eigenen praktischen Arbeiten.
  • Für Interessenten an künstlerisch orientierten Studiengängen zur Vorbereitung auf die Aufnahmebedingungen.
  • Zur Besichtung von Originalwerken in der hochkarätigen Berliner Museumslandschaft sowie zum Erkunden zeitgenössischer Kunsttendenzen oder themenbezogener Ansätze in aktuellen Ausstellungen

Dozenten: Susanna Seidl, Ernst Rainer Lesch, Dr. Kirsten Zenns