Deutsch am Charlotte – Wolff – Kolleg
Der Deutschunterricht hat die Aufgabe, sprachliche und literarische Bildung zu fördern.
Er soll die Kollegiatinnen und Kollegiaten zur bewussten Teilnahme am kulturellen Leben befähigen,
indem er kulturgeschichtliches Wissen vermittelt und ästhetisches und historisch-politisches
Urteilsvermögen entwickeln hilft. Von daher hat der Deutschunterricht eine besondere Aufgabe,
wenn es – wie in der Schule generell – darum geht, die Mündigkeit und Studierfähigkeit des Schülers zu entwickeln.
Das Fach Deutsch muss von jedem Schüler vom Vorkurs bis zum Abitur belegt werden.
Im Kurssystem muss Deutsch als Leistungskurs oder als Grundkurs belegt werden; Deutsch kann nicht
abgewähltwerden. Deutsch gehört zum 1. Aufgabenfeld des Kurssystems und des Abiturs; das ist das
sprachlich – literarisch – künstlerische Aufgabenfeld.
Überblick über Semester, Themen und Inhalte
Vorkurs ein halbes Jahr
Einführungsphase ein Jahr
Qualifikationsphase zwei Jahre, vier Semester
(Kurssystem)
Vorkurs
Der Vorkurs hat insbesondere zwei Ziele: Er soll den Kollegiatinnen und Kollegiaten beim Wiederbeginn des
schulischen und systematischen Lernens helfen und das Zutrauen in die eigene Leistungsfähigkeit stärken.
Es muss also zunächst darum gehen, das Lernen wieder zu lernen, sich auf schulische Situationen und Anforderungen
einzulassen und dabei das Selbstvertrauen zu finden, das die neue Rolle erfordert.
Der Deutschunterricht im Vorkurs soll diesen Zielen in spezifischer Weise dienen. Er kann besonders das Zutrauen in
die eigenen Fähigkeiten stärken, indem die Schüler viel Gelegenheit bekommen, ihre mündliche und schriftliche
Ausdrucksfähigkeit zu üben und zu entwickeln.
Einführungsphase (E – Phase)
In der E-Phase geht es vor allem um die Fundierung jener Kenntnisse und Fähigkeiten, die für den Besuch des Kurssystems
vorausgesetzt werden. In der E-Phase erwerben die Schüler die nötigen methodischen und fachspezifischen Kompetenzen
in Hinblick auf die Sprachbetrachtung, auf die mündliche und schriftliche Kommunikation, auf den Umgang mit Texten
und Medien.
Die Sprachbetrachtung zielt auf fundierte Kenntnisse der Orthografie, der Grammatik und Syntax. Der Umgang mit
Texten und Medien intendiert die Erschließung, die Interpretation, die Auseinandersetzung und die Urteilsbildung hinsichtlich
pragmatischer und literarischer Texte sowie medialer Formen. Hierzu bedarf es vielerlei methodischer Fertigkeiten, die im
Unterricht erworben und vertieft werden.
Qualifikationsphase (Kurssystem)
Der Unterricht im Kurssystem zielt darauf ab, dass die Schüler sich zu Theorieansätzen und Problemlösungsangeboten
in Beziehung setzen sowie eigenes Handeln reflektieren. Sie nähern sich Sachverhalten fragend und erproben
eigene Lösungsansätze. Die Auseinandersetzung mit komplexen sprachlichen und künstlerischen Problemen fördert
zunehmend ein reflexiv-analytisches und damit selbstbestimmtes Handeln.
In Zentrum des Unterrichts steht die Arbeit an Texten oder filmischen Formen. Diese sind zu erschließen, zu analysieren,
zu interpretieren, zu erörtern, zu bewerten und einzuordnen. Im Wesentlichen bilden literarische Werke
(und ggf. deren Verfilmungen) vom 17. Jahrhundert bis heute die Unterrichtsgegenstände.
1. Kurshalbjahr: Literatur und Sprache im 17./18. Jahrhundert
- Aufklärung in Gesellschaft und Literatur
- Deutschsprachige Literatur in Wechselwirkung mit anderen europäischen
Literaturen
- Sprachgeschichte und Sprachentwicklung
2. Kurshalbjahr: Literatur und Sprache im 19./20. Jahrhundert
- Epoche und Epochenbegriff als Konstruktionen
- Literatur im Kontext anderer Künste und Medien
- Sprachtheorie und Sprachphilosophie
3. Kurshalbjahr: Literatur und Sprache im Vergleich
(Schwerpunkt 20./21. Jahrhundert)
- Leben und Schreiben in Umbrüchen
- Deutschsprachige Autoren im Kontakt mit anderen Kulturen
- Sprachnormen und Sprachveränderung
4. Kurshalbjahr: Literatur und Sprache im 21. Jahrhundert
- Literatur und Literaturbetrieb
- Textproduktion und Textrezeption unter dem Einfluss verschiedener Medien
- Mediensprache
Welche Bücher sollen gelesen werden?
In einer Zeit, in der die Jugendlichen und die jungen Erwachsenen generell immer weniger Bücher lesen,
kann nicht oft genug gesagt werden, dass Lesen enorm wichtig ist – gerade für den Deutschunterricht.
Lesen ist nicht nur unterhaltsam, Lesen schult auch die eigene Schreib- und Ausdrucksfähigkeit sowie
den eigenen Sprachstil. Natürlich ist dabei wichtig, was man liest. Wer nur Comics oder die Produkte der
Sensationspresse konsumiert, wird nie einen eigenen ausgefeilten Stil entwickeln. Nur stilistisch anspruchsvolle
Vorbilder können positiv wirken und bereichern. Wer die großen Namen (Goethe, Schiller, Eichendorff, Keller,
Musil u.a.) nicht mag, findet in den aktuellen Bücherlisten reichliche Angebote.
Wofür ist das Fach Deutsch gut?
Es ist wohl offensichtlich, dass Deutsch im Fächerkanon eines der wichtigsten Fächer ist. Deutsch fördert die
Sprachkompetenz am meisten und ist damit auch die Grundlage für die meisten anderen Fächer.
Deutsch ist auch die Basis für die Kommunikation im deutschsprachigen Raum generell, im Privaten wie in der Öffentlichkeit.
Es gibt auch viele Studienfächer, für die die deutsche Sprache nicht nur Medium, sondern auch Gegenstand ist,
z.B. Germanistik, Linguistik, Publizistik u.a.
Die Wichtigkeit des Faches Deutsch in der Schule ist so evident, dass weitere Ausführungen sich erübrigen.
Anspruch des Faches
Der häufig zu hörende Satz bei der Wahl der Leistungskurse, „Deutsch kann jeder“, ist ein fatales Vorurteil; denn es
verwechselt die alltägliche Sprechfähigkeit mit den enormen Anforderungen des Schulfaches. Wer sich die Inhalte
der E-Phase und des Kurssystems etwas genauer anschaut, kann erahnen, dass das Fach Deutsch zu den anspruchsvollsten gehört.
Das gilt für den Leistungskurs noch mehr als für den Grundkurs. Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass die Anforderungen
des Faches weit über die Reproduktion des Gelernten hinausreichen. Hier müssen Sie sich auseinandersetzen, müssen begründete
Urteile fällen, müssen kreativ gestalten, Literatur verstehen und einordnen. Darüber hinaus müssen Sie das Erarbeitete
methodisch folgerichtig darbieten und sprachlich-stilistisch verständlich verfassen.
Ansprechpartner
Wenn Sie Fragen zum Fach oder Unterricht haben, wenden Sie sich an den Fachbereichsleiter des Kollegs, Herrn Buschen.
Ihn erreichen Sie am Kolleg (über Sekretariat) oder per E-Mail (wbuschen@gmx.de).












