Eros als Motiv menschlicher Suche

"Denn das ist ja gerade das Schlimme an der Unwissenheit, dass man mit sich selbst zufrieden ist." (Diotima in Platons Symposion)

Philosophie

Thema: Eros als Motiv menschlicher Suche. Fünf Lebensentwürfe in Platons Symposion.

800px-Anselm_Feuerbach_002

A) Inhalt:

Platons wohl schönstes Werk, welches mit “Gastmahl” oder “Trinkgelage” übersetzt wird, handelt von der Liebe, dem “Eros“. Platon behandelt sein Thema so umfassend wie möglich, indem er sich ihm aus unterschiedlichsten Perspektiven nähert. Zu Beginn legen die zu einer Siegesfeier Eingeladenen fest, dass – wegen der Nachwirkungen des vorabendlichen Trinkgelages – kein Wetttrinken statt finden soll, jeder also soviel trinken kann wie er mag. Dann einigt sich die Festgesellschaft darauf, dass zur allgemeinen Unterhaltung reihum jeder eine Rede auf den Gott Eros halten soll. So stellen alle Festteilnehmer in ihren Reden ihre voneinander grundverschiedenen Lebensentwürfe vor. Bedeutet Liebe, wie der Komödiendichter Aristophanes meint, die Suche nach unserer verloren gegangenen anderen Hälfte? Oder ist es doch etwas anderes, wonach wir Menschen eigentlich streben? Die Redebeiträge der beiden Sophisten z.B. wirken durch ihre naturwissenschaftliche bzw. soziologische Sichtweise sehr modern. Im Mittelpunkt des Werkes jedoch stehen der Werdegang und der Lebensentwurf des Philosophen Sokrates. Doch auch andere Persönlichkeiten Athens werden hier lebendig, wie z.B. der überaus ehrgeizige und skrupellose Politiker Alkibiades, der hier als sehr junger Mann über persönliche Erlebnisse mit Sokrates berichtet. Es wird deutlich, in welcher Hinsicht für Sokrates „Philosophie“ nichts anderes ist als der Weg und die „Liebe zur Weisheit“. Einzigartig ist das “Symposion” als sprachliches Gesamtkunstwerk, welches seine enorme Dichte scheinbar mühelos in einer lockeren dramatischen Form ausdrückt.

B) Vorhaben:

Platons Symposion ist aufgebaut aus Rahmenhandlung, witzigen Zwischenszenen und Reden auf den Gott Eros. Je nach Interessenlage der Kursteilnehmer/-innen können einige der Reden in unserer Sprache bearbeitet und Zwischenszenen gespielt werden. Wir werden uns über das Verständnis ihrer „Lebensentwürfe“ den Charakteren annähern: „Wie würden die Akteure sich heute in Alltagssituationen verhalten?“. Schließlich werden wir die Verfilmung des Werkes durch den Philosophen Joseph Pieper ansehen und kritisch würdigen.

C. Fächerverbindende Aspekte (Kunst und Geschichte):

a) Griechische Keramiken; Anselm Feuerbachs „Gastmahl“;

Paul Klees „Eros“; Film von J. Pieper

b) Griechische Sitten und Bräuche; die Polis Athen; Biographien der

historischen Persönlichkeiten (Alkibiades, Sokrates, Aristophanes,

Agathon); Vergleich des Welt- und Menschenbildes der griechischen

Antike mit dem der Neuzeit

D. Leistungsanforderungen:

Erwartet werden aktive Mitarbeit, Klausur (90 Min.) und ein Kurzvortrag (10 Min.).