Bio-Kurs A25 an der polnischen Ostsee
Hurra!
10 Tage Expedition ins polnische Reich der Wattwürmer & Co. !
Sonne, Strand, Meer, Ausflüge, Lagerfeuer und Spiele – das pralle Leben wartete auf uns!
Wir – das waren Marlene Matakas, Walter Kunz (Walli), Berrin, Katrin, Robert, Annett, Susanna, Christian, Angelika und Harmony unser “Wachhund”.

Wir machten uns an einem schönen Samstag mit zwei Autos auf die Reise. Es galt, ca. 400 km Landstraße zu bewältigen, was uns, dank Walter, in rekordverdächtiger Zeit von 8 Stunden auch gelang: Walter und Marlene fuhren als Kartenleser voraus, wobei sie eine “konstante” Reisegeschwindigkeit zwischen 50 und 120 kmh hielten. Auch häufige Pendelbewegungen
ihres Wagens (abhängig von der Blickrichtung des Fahrers), sowie kamikazeartige Überholmanöver gestalteten die Fahrt für uns nachfolgende sehr spannend und abwechslungsreich. Wir lernten unterwegs auch, daß ein Heckscheibenwischer nur durch das Abstellen des Motors auszuschalten ist…(ha, ha)

All diese Erlebnisse führten dazu, dass Angelika (die Fahrerin des nachfolgenden Autos) fast ins Lenkrad biss und die Insassen in Walters Auto sich einfach tot stellten. Endlich in Rowy angekommen bezogen wir ein hübsches Ferienhaus, mussten nachts aber feststellen, dass die Wände nicht in der Lage waren, Marlenes Schnarchen spürbar zu dämpfen.
Die Strandwanderung des nächsten Tages führte uns nach Ustka, einem Ort, der nach Walters Angaben nicht weiter als 10 km entfernt sein sollte. Diese Exp
edition entpuppte sich als Marathontraining in weichem Sand, so dass nach 6 Stunden Marschzeit selbst der Hund sich weigerte, noch weiter zu laufen. Kurz und gut, die Weicheier unter uns ließen sich im Taxi (vermutlich das einzige der Stadt) zurück chauffieren, während die Härtesten mit Walli am Strand zurück krochen und ihren Heldenmut mit Blasen, Zerrungen, u.ä. bezahlten.
Am nächsten Morgen berichtete Walter der Gruppe von Hausgeistern, die ihm angeblich haltbare Knoten in sämtliche Kleidungsstücke gemacht und Kieselsteine ins Kopfkissen gelegt haben sollten – sehr seltsam.
Das von Christian liebevoll zubereitete Frühstück versöhnte uns wieder mit der Welt, so dass wir gestärkt zum nächsten Ausflug – diesmal aber per Auto – nach Slupsk zum Bummeln aufbrechen konnten.
Zurück in Rowy ließen wir dann den Tag mit einem Spieleabend ausklingen, in dessen Verlauf wir Walli mit dem Gesellschaftsspiel “Tabu” bekannt machten: Er stellte verwundert fest, dass nicht etwa seine druckreifen, biologisch fundierten Erklärungsversuche zu Begriffen wie “steif” oder “Nagel” (die das Zeitlimit von einer Minute erheblich überschritten) seiner Gruppe das Erraten des Begriffes ermöglichten, sondern dass die kurzen, prägnanten Erklärungsmodelle seiner MitspielerInnen (denen er selbst allerdings nicht folgen konnte) zum Erfolg führten. Auch als Walli seine Taktik anzupassen versuchte (“Ist Scheiße wenn man es hat.” – ratlose Gesichter – (“Na, ‘nen Buckel!”), führte dies eher zu verzweifeltem Gelächter, als zum Punktgewinn.
Schließlich fand er die Lösung des Phänomens in den “kürzeren Gehirnwindungen” insbesondere der Mitspielerinnen begründet, was dann eine längere, lebhafte Diskussion auslöste, bis die solchermaßen ermüdeten Spielerinnen endlich zu Bett gingen.
Auch an den nächsten Morgenn verwöhnte uns Christian mit köstlichen Frühstücksbufetts und erleichterte so auch den Morgenmuffeln das zeitige Aufstehen. Am Dienstag gingen wir gruppenweise verschiedener Wege, so dass abends am Lagerfeuer Erlebnisse ausgetauscht werden konnten.
Für musikalische Untermalung sorgten sowohl die anwesenden Ex-Chor-Mitglieder, als auch Marlene und Walter mit einem bunten Potpourri aus 68-er Kampfliedern, Volksliedgut und populären Stücken, bis der Wodka-Vorrat aufgezehrt war. Für einige war der Abend damit beendet, die restlichen Musikanten ließen den Abend besinnlich ausklingen.

Der Ausflug des nächsten Tages führte uns auf die Halbinsel Hel. Der Versuch, von dort aus per Fähre nach Danzig einzuschiffen, scheiterte leider, also beschränkten wir uns darauf, die schöne Landschaft zu bewundern, Kaffee zu trinken und wieder nach Hause zu fahren.
Am Donnerstagmorgen schlug Walter vor, zu den Wanderdünen eines Naturschutzgebietes am Strand entlang zu wandern. Dies stieß bei uns betroffenen auf großen Widerstand und so fuhren wir mit den Autos dorthin. Im Naturschutzpark angekommen, haben wir entsetzt feststellen müssen, dass das ökologische Bewußtsein unserer anarchischen Lehrkörper stark unterentwickelt war, bzw. der Drang, Verbote zu ignorieren, besonders stark ausgeprägt ist. Besonders Marlene konnte sich nicht überwinden, den Geboten und Verboten der Hinweisschilder Folge zu leisten, sondern musste strikt neben Wegen laufen und “seltene” Pflanzen pflücken. – Wider Erwarten wurden wir weder verhaftet, noch gesteinigt und konnten dann den atemberaubenen Ausblick von den riesigen Wanderdünen aus genießen.
Nach einem Picknick, bei dem es viel wissenswertes über Flora und Fauna zu hören gab, teilte sich die Gruppe in zwei Fraktionen: Einige wanderten zu den Autos und fuhren nach Leba, die hartgesottenen kullerten die Dünen herunter und wanderten am Strand, wo Walter “kurz vor seinem Wanderorgasmus” (orig. Zitat) stand. Solchermaßen ermattet gelangten die Strandläufer zu Hause an, das andere Grüppchen genehmigte sich in einer lebaer Mitropa-Gaststätte noch einen leckeren Fisch und kam später zurück.
Unseren letzten Urlaubstag verbrachten wir im Wald beim Pilze sammeln – im übrigen sehr erfolgreich – , während Marlene und Walter versuchten, im zweiten Anlauf nach Danzig zu gelangen. Nach einer “dialektischen” Betrachtung des Problems entschieden beide, mit dem Auto nach Slupsk und von dort aus per Zug nach Danzig zu reisen. Diesmal wurde das Unternehmen erschwert, weil man sich auf dem Weg nach Slupsk (Entfernung ca. 12 km und bis dato mindestens 5 mal vorbeigefahren) einige Male verfahren hatte, um dann den Zug zu verpassen. Die Daheimgebliebenen begannen sich große Sorgen um das Wohlbefinden der beiden Expediteure zu machen, nachdem die Dunkelheit hereingebrochen war. Noch bevor wir die umliegenden Dörfer vor einem roten, tieffliegenden, orientierungslos umherirrenden Golf warnen konnten, kamen sie dann doch unversehrt zurück, so dass wir noch einen letzten gemütlichen Abend vor unserem Kamin verbringen konnten. Die Rückfahrt am Samstag dauerte trotz eines zusätzlichen Passagiers, aber ohne die BetreiberInnen des roten Golfes, erstaunlicher Weise nur noch 6 Stunden…
Alles in allem: Ein richtig schöner Urlaub!
